Orte & Küste

Cala Figuera –
Fischerdorf-Idylle an Mallorcas Südostküste

Weiß getünchte Fischerhäuser, schaukelnde Llaüt-Boote und Fischer, die morgens ihre Netze flicken – Cala Figuera ist das ursprünglichste Fischerdorf der Insel.

10 Min. Lesezeit Juni 2026 Südosten · Santanyí

Wichtigste Erkenntnisse

  • Cala Figuera gehört zur Gemeinde Santanyí und liegt rund 62 km bzw. 50 Fahrminuten von Palma entfernt im Südosten der Insel.
  • Die charakteristische Y-Form der Bucht entsteht durch zwei Wasserarme: Caló d’en Busques und Caló d’en Boira.
  • Der Ort hat keinen Sandstrand – genau das bewahrte seinen authentischen Charakter ohne Massentourismus.
  • Gebadet wird über Felsplattformen mit Metalleitern; die schönsten Sandbuchten der Südküste liegen 5–20 Minuten entfernt.
  • Der Wachturm Torre d’en Beu (1569) und der Leuchtturm von 1953 sind lohnende Spaziergangsziele.

An der Südostküste Mallorcas liegt eines der ursprünglichsten Fischerdörfer der Baleareninsel. Cala Figuera hat sich seinen authentischen Charme bewahrt – fernab von Bettenburgen und überfüllten Stränden. Die fjordähnliche Bucht in Y-Form mit glasklarem Wasser zieht Besucher an, die mehr als nur einen gewöhnlichen Urlaub suchen.

Die fjordähnliche Y-Bucht von Cala Figuera – aktiver Fischerhafen und Postkartenmotiv zugleich

Cala Figuera – der aktive Fischerhafen, die Y-Bucht und der Sonnenuntergang über dem Wasser (YouTube)

Lage, Charakter und Geschichte

Pinien und Feigenbäume säumen die Ufer – der Name Cala Figuera bedeutet „Feigenbucht“. Mit 500 bis 800 Einwohnern ist die Gemeinschaft überschaubar; einige leben noch von der Fischerei, andere vom Tourismus. Erste Erwähnungen reichen bis 1306 zurück, als der Hafen für den Versand von Marès-Sandstein genutzt wurde.

Die ehemalige Kirche La Petite Iglesia (1938) dient heute als Restaurant. Weil ein Sandstrand fehlt, flaute das Interesse während des Tourismusbooms wieder ab – und genau das bewahrte den ursprünglichen Charakter.

Hölzerne Llaüt-Boote und die weiß getünchten Fischerhäuser mit grünen Fensterläden – das Postkartenmotiv schlechthin
Morgens flicken die Fischer ihre Netze – eine Szene, die sich seit Generationen kaum verändert hat.

Der Hafen und ein Spaziergang durch die Gassen

Enge, abfallende Straßen führen vom Ortszentrum hinunter zum Hafen, immer wieder öffnet sich der Blick auf das türkisfarbene Wasser. Die Bootsgaragen (escars) öffnen sich direkt zum Wasser. Der Fang des Tages – Thunfisch, Seehecht, Tintenfisch – landet abends frisch in den Hafenrestaurants.

Ein Rundgang startet am oberen Dorfteil und führt über die Kais von Caló d’en Busques Richtung Hafeneinfahrt. Für den Abend lohnt ein Spaziergang entlang der Uferpromenade mit Stopp auf einer Restaurantterrasse.

Die Wege sind teilweise steil und nicht überall barrierefrei. Familien mit Kinderwagen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität sollten dies bei der Routenplanung berücksichtigen.

Baden, Schnorcheln und die schönsten Buchten der Umgebung

Ein klassischer Sandstrand fehlt – der Badezugang erfolgt über einen Felsweg zu einer Felsplattform mit Metalleitern ins kristallklare Meer. Schnorchler entdecken Felsformationen mit bunten Fischschwärmen. Badeschuhe wegen Seeigeln empfohlen.

Im Umkreis von 5–20 Autominuten liegen einige der schönsten Buchten der Südküste: Cala Santanyí (Sandstrand, Familien), Cala Llombards (weiße Bucht, Pinien) und der Naturpark Mondragó mit Cala Mondragó und S’Amarador.

BuchtEntfernung & Charakter
Cala Santanyíca. 4 km, Sandstrand, Es Pontàs in der Nähe
Cala Llombardsca. 8 km, weiße Bucht, Klippen & Pinien
Cala Mondragó / S’Amaradorca. 10 km, Naturpark, Dünen
Es PontàsFelsbogen, per Boot oder Kajak
Cap de ses SalinesSüdspitze, Leuchtturm

Aktivitäten, Essen und Reisezeit

Der Spaziergang zum Wachturm Torre d’en Beu (1569) dauert 20–30 Minuten und belohnt mit spektakulärem Küstenblick – besonders bei Sonnenuntergang. Von Mai bis September starten Bootstouren zu Caló des Moro, Cala s’Almunia und Es Pontàs; Kajaks und SUP-Boards lassen sich mieten.

Die Restaurants am Hafen servieren fangfrischen Fisch mit Hafenblick – La Petite Iglesia in der alten Kirche ist eine besondere Location. Beste Reisezeit: April–Mai für Wanderer, Juni–September für Badeurlaub, Oktober ruhig und noch warm.

  • Anreise: ca. 62 km ab Palma über Ma-19 bis Santanyí, dann Ma-6102
  • Bus: TIB bis Santanyí, lokale Linie 503 nach Cala Figuera
  • Parken: überwiegend kostenlos, im Sommer abends knapp
  • Fest: Mitte Juli „Festes del Carme“ mit Bootsprozession

Cala Figuera in Bildern

FAQ – Häufige Fragen

Nein – Cala Figuera ist ein Fischerhafen ohne klassischen Sandstrand. Gebadet wird über Felsplattformen mit Leitern ins klare Wasser. Die schönsten Sandbuchten wie Cala Santanyí oder Cala Llombards liegen nur wenige Autominuten entfernt.

Der noch aktive Fischerhafen, die weiß getünchten Fischerhäuser mit grünen Fensterläden, die fjordähnliche Y-Bucht und eine Atmosphäre ohne Massentourismus. Es ist eines der authentischsten Dörfer der Insel.

Besonders für ruhesuchende Paare, Wanderer und Individualreisende. Partygäste oder große Gruppen mit Nachtleben-Wunsch sind hier weniger richtig – der Ort steht für Ruhe, Natur und Genuss.

Mit dem Auto über die Ma-19 bis Santanyí und weiter über die Ma-6102 (ca. 50 Minuten ab Palma). Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: TIB-Bus bis Santanyí, dann lokale Linie 503. Ein Mietwagen bietet die größte Flexibilität.

April und Mai sind ideal für Wanderer, Juni bis September für Badeurlaub, Oktober ist ruhig und das Meer noch warm. Mitte Juli findet das traditionelle Fischerfest „Festes del Carme“ mit Bootsprozession statt.

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